C088 Fehler-Quellen bei einem Newton-System - 12.Juni 2016

Die Optik eines Newton-Teleskopes besteht aus einer parabolischen Hauptspiegel-Oberfläche, die in eine Glasplatte eingeschliffen ist,
mit ganz unterschiedlichen Ausdehnungs-Koeffizienten, was temperatur-abhängig Rückwirkung auf die Parabelform hat. Das zweite Bau-
teil ist 
ein elliptischer kleiner Planspiegel, auch Fangspiegel genannt, der ebenfalls richtig gelagert und optisch einwandfrei sein muß. Das
dritte Bauteil ist ein stabiler Okular-Auszug, dessen mechanische Achse mit der optische Achse des Newton-Systems zusammenfallen muß.    

Die Newton-Justage erfolgt in der Regel in zwei Schritten: 01. Fangspiegel zu Hauptspiegel ausrichten,  02. Hauptspiegel zu Fangspiegel
verkippen. Vorher sollte auch der Offset-Punkt festgelegt sein. Das hat damit zu tun, weil der elliptische Fangspiegel im 45° Winkel zum
Lichtkegel des HS steht und deshalb um einen kleinen Betrag, 3-8 mm, näher zum HS gerückt werden muß. Besonders bei einem F4-Newton-
Teleskop ist eine exakte Zentrierung wichtig, wenn die Abbildung auf der opt. Achse keine Koma haben soll. Siehe auch hier.

Nur das optische System Newton-Teleskop muß in sich richtig zentriert sein. Selbst wenn es "schief" zum äußeren, tragenden Tubus
eingebaut wäre, wäre das opt. System Newton trotzdem  richtig zentriert. Eine Orientierung am äußeren Tubus-Rohr, Spinne etc.  bei der
Zentrierung ist deshalb wenig sinnvoll.  

Simulierung von Seeing:  http://rohr.aiax.de/@S_Sim_11.jpg     http://rohr.aiax.de/@S_Sim_12.png     



Der Hauptspiegel

Je nach Hauptspiegel-Durchmesser (6-inch bis 20-inch) ist die Lagerung anspruchsvoller. Grundsätzlich gilt, daß der Hauptspiegel spannungsfrei
gelagert werden M U S S ! Das gilt ebenso für den Fangspiegel. Weitere Einfluß-Möglichkeiten sind die unzureichende Auskühlung des Haupt- und
Fangspiegels, die optische Qualität des Hauptspiegels (sphärische Aberration, Astigmatismus, abfallender Rand, Zonen, rauhe Oberflächen-
Politur, [weitere Bilder] Seeing im Tubus = Belüftung, bzw. allgemeine Seeing-Bedingungen. Seeing Link01 Wird ein Newton-Teleskop hauptsächlich
visuell  genutzt, dann sollte der Fangspiegel-Durchmesser möglichst klein wegen der Obstruktion sein, die grundsätzlich  eine Verschiebung der Licht-
Energie in die Beueungs-Ringe verursacht. Velour-Auskleinung und Belüftung des Hauptspiegels sind sekundäre. Es reicht völlig, nur dort Velour
einzusetzen, wo reflektierende Flächen den HS-Lichtkegel stören könnten.  

H140 * Pickering-Seeing-SkalaLink1Link2Link3Link 4; 
H110 * Seeing Simulation Heizkissen IGramm-Auswertung
H111 * Paranal Seeing : Check for last night measurements at Paranal and La Silla.
H112 * Seeing, Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Seeing 




Der Fangspiegel

Leider wird der optischen Qualität des Fangspiegels viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Es nützt der beste Hauptspiegel nichts,
wenn der Fangspiegel Astigmatismus hat, oder GANZGLÄCHIG aufgeklebt ist oder verspannt in seiner Fassung liegt. Zum Newton-Teleskop
gehört unbedingt ein optisch einwandfrei arbeitender elliptischer Planspiegel. Ein billiger FS ist oft auch ein optisch schlechter Fang-
spiegel, an dem man keine Freude hat. Wie man den Fangspiegel selbst zentriert, da gibt es ganz uinterschiedliche Lösungen.  
Siehe auch C008 * Ein Hut entsteht      




Okular-Auszug

Die optische Achse des Newton-Teleskops muß mit der mechanischen Achse des OAZ zusammenfallen. Das muß nicht unbedingt der
90° Winkel zu HS-Spiegel-Achse sein. Nur die vom FS kommende opt. Achse sollte zentrisch durch die mechanische Achse des OAZ gehen.
Ein stabiler OAZ sollte in jedem Fall vorgezogen werden.        




Weitere Bauteile eines Newton-Dobson-Teleskopes.