A062C * LZOS for APM 152-1216 Nr. 384

Weiteres Beispiel    A062B-LZOS_for_APM175-1400 Portugal - auf Herz und Nieren geprüft

Der folgende Bericht ist eher als Beispiel gedacht, zu welchen Ergebnissen bestimmte Tests führen, wenn die opt. Qualität
fraglos hervorragend ist. Weitere Informationen findet man hier. Mit 9.300.- Euro für 2014 ist dieser APO im Vergleich zu
anderen Spitzen-Optiken nicht zu teuer: Für hochwertige Refraktoren mußte man früher auch gehobene Preise bezahlen.
Über diesen Sachverhalt kann man schlecht diskutieren wollen. Bei der "Polystrehl"-Darstellung muß man sich entscheiden,
ob man den Best-Strehl a)  für jede Wellenlänge darstellen will, oder ob man b) aus dem Blickwinkel der Fokussierung auf die
e-Linie bei 546.1 nm wave die einzelnen Strehlwerte zeigen will. Praxis-naher wäre Fall b), weil die Fokussierung dort erfolgt,
wo das Bild für das Auge "am schärfsten" erscheint. Und das wäre in der Gegend von 510 nm wave für 546.1 nm wave.
Erst bei Verwendung von geeigneten Filter wird man sich bei der Fotografie mehr auf die spezifischen Filter beziehen wollen.
Nur für diesen Bereich steigt jenseit der F-Linie, also der g- und h-Linie steigt auch der farbabhängige Öffnungsfehler bzw.
die Überkorrektur. Für das lange Spektrum der C-Linie bei 656.3 nm hat man noch einen hohen Strehlwert mit 0.947, was
über die Unterkorrektur hervorgerufen wird. Für die visuelle Beobachtung hätte man jedenfalls ein Spitzen-Teleskop. Im
Vergleich zu manchen Mitbewerbern aus China hat man es hier mit hervorragender handwerklicher Arbeit zu tun.

LZOS348-01.jpg
-
Der Artificial Sky Übersichts-Test zeigt bereits alle optischen Fehler bei Höchst-Vergrößerung bei der Dreier-Gruppe in der Mitte.
Durch unterschiedliche Kamera-Verschlußzeiten läßt sich auch der 1. Beugungs-Ring wunderbar darstellen, aus dem man sowohl
alle 3 opt. Fehler erkennen kann (Astigmatismus, Koma, Spherical) und bereits den Farblängsfehler.  
Einzel-Beispiele zum Artificial Sky Test ,
 http://rohr.aiax.de/@A_Sky_01.jpghttp://rohr.aiax.de/@C14_Vergleich.png
Wer hingegen Anhänger des Sterntestes ist, bekommt eine gute Aussage über die Farbreinheit eines Apochromaten. Das würde
ihm aber auch der Foucault-Test zeigen.


LZOS348-02.jpg
-
Zwischen dem Ronchi-Bild mit zwei Linien und der Wellenfront-Darstellung des LZOS-Zertificates erkennt man eine ähnliche
Beziehung, nur daß der Peak in der Mitte fehlt. Mag mit der Prüfwellenlänge zusammenhängen, die bei LZOS 532 nm wave ist,
und in meinem Fall bei 546.1 nm wave liegt. Könnte aber auch sein, daß die "Linse" nicht temperiert war. Ist aber optisch
unbedeutend. Eine Quantifizierung des Rauhheits-Testes halte ich nicht für real und sinnvoll.


LZOS348-03.jpg
-
Die Interferogramme sind auf den Fokus-Punkt e-Linie bezogen, genauso wie man in der Praxis fokussieren würde. Damit werden
beide Fehler dargestellt: Der Farblängsfehler über das Abkippen der Streifen nach oben/unten, und der Gaußfehler über die
überkorrektur bei Blau und die Unterkorrektur bei Gelb und Rot. Der RC_Index weist einen farbreinen APO aus.


LZOS348-04.jpg
-
Siehe auch http://rohr.aiax.de/LZOS348-16.jpg
Je nach Fokus-Punkt variieren die Strehlwerte, weil die jeweils anderen Farben einen unterschiedlichen Fokus (Power) haben.




Bei der Berechnung der RC_Index-Zahl ist der Gaußfehler eingeschlossen.

LZOS348-05.jpg
-
Die Differenz der Ergebnisse liegt a) an den unterschiedlichen Meßwellenlängen und b) an der Unschärfe der Auswertung. In 
meinem Fall rechtfertigt keines der Test-Bilder den Peak der LZOS Messung in der Mitte. Ein reales IGramm wäre hilfreich.


LZOS348-06.jpg
-
Das Referenz-IGramm bei 546.1 nm wave

LZOS348-07.jpg
-
Die resultierende Wellenfront-Darstellung

LZOS348-08.jpg
-
Die gelben Linien stellen den Ideal-Fall dar.

LZOS348-09.jpg
-
Die Energie-Verteilung ist perfekt !

LZOS348-10.png
-
LZOS348-11.jpg
-
Die übliche Auswertung

LZOS348-12.jpg
-
. . .  und eine differenzierte Auswertung, wobei alle Restfehler marginal sind.

LZOS348-13.jpg
-
Der hohe Strehlwert entsteht auch dadurch, daß die Rest-Fehler äußerst klein sind, und nur durch das Auswert-Programm über-
dimensioniert dargestellt werden können. Weshalb man sie über die Wellenfront noch zeigen kann, nicht mehr über die Energie-
Verteilung, was bedeutet, daß man am Himmel davon nichts mehr sieht.


LZOS348-14.png
-

Der verehrte  Leser ist dazu eingeladen, unten einen Kommentar einzufügen. 

 

Kommentare   

# wolfgang 2015-02-13 18:39
Der Sternfreund(?) aus England, für den dieser Test erstellt worden war, behauptete zunächst, daß er diesen Test gar nicht in Auftrag gegeben hätte. Das Gegenteil konnte ihm aber später nachgewiesen werden. Daraufhin kam er mit dem Argument, daß er nur bezahlen würde, wenn der Text in Englisch abgefasst wäre und gefälligst wieder von der Webseite genommen würde.
Wir Deutsche haben gelernt, englische Berichte zu lesen, was für einzelne Insel-Bewohnern im umgekehrten Fall offenbar unmöglich ist.
Für solche Fälle haben wir eine Rote Liste und ignorieren fürderhin solche Leute.
Antworten