D047 Celestron C11 - Rohr Nr 937 045 von 2002 Strehl(C-line) 0dot96

ich will mal noch ein bißchen nachlegen: Prüfaufbau wegen Gabelmontierung.

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Das also ist mein C11 mit der Nummer 937 045, im Jahre 2002 gekauft, weil es eines von den damals guten C11 Geräten war. Unter heutigen Möglichkeiten gestern
nochmals vermessen und nunmehr ein qualitativer Vergleich: C11 zu C 9.25

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Laut Formel nach Rayleigh-Kriterium hätte das C11 0.494 arcsec, das C 9.25 hingegen "nur" 0.588 arcsec Auflösung, wobei sich nach meiner
fotografisch/mathematischen Ermittlung eine etwas andere Situation ergibt. Berücksichtigen muß man zunächst, daß zwar das Öffnungsverhält-
nis gleich, aber die Brennweite länger und demzufolge der Artificial Sky Test bei längeren Brennweiten unschärfer ausfällt, wie das auch hier
der Fall ist. (Kann man bei Zeiss AS f/15 Objektiven sehr schön zeigen.) Es geht also um die Frage, wie die Dreiergruppe mit 10µ bzw. 8µ auf
dem Bild getrennt erscheint. Beim C11 kann man sicher noch von einem Abstand von 6 Mikron Sternscheibchen-Abstand ausgehen, der auf
dem Bild getrennt erscheint. Beim C 9.25 wären es ebenfalls 5 Mikron Sternscheibchen-Abstand, der auf dem Foto noch getrennt würde. Aus
dieser beider Abstände errechnet sich für beide Systeme eine Auflösung von 0.44 arcsec, und das übertrifft in beiden Fällen das Ergebnis der
Rayleigh-Formel. Wobei die Definition beim C 9.25 überzeugender ausfällt, und der visuelle Eindruck besser ist als das Foto selbst.

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Der gleiche Vergleich läßt sich über die Foucault- und Lyot Testbilder ziehen. Beim C11 ist mehr Farbe im Spiel, das Optimum liegt eindeutig im roten Spektrum, deshalb ist die
Überkorrektur bei Grün ausgeprägter. Die "Rauhheit" beim Lyottest hat eine etwas andere Struktur. Während das C 9.25 insgesamt etwas glatter wirkt, scheint die Fläche beim
C11 etwas unruhiger zu sein. Beides zusammen, die andere Farbsituation und die etwas unruhigere Gesamtfläche reduzieren den Kontrast, sodaß über die größere Öffnungs
beim C11 nicht unbedingt mehr an Auflösung herauskommen kann. Das gilt besonders auch für die C14, die zwar eine noch größere Öffnung haben, deswegen aber noch lange
nicht "besser" sind. C-14 Schmidt Cassegrain___, C14 Sept. 2009, Ein brauchbares C14 - 10 Jahre alt__,__Foucault- und Rauhheits-Test bei SC-Systemen: Übersicht

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Auch der Vergleich der Interferogramme zeigt die unterschiedliche Situation: Beim C11 käme eine stärkere Überkorrektur bei Grün heraus, während das rote Spektrum perfekt
ist. Bei Grün gemessen, würde die Überkorrektur den Strehlwert deutlich drücken. Für H-alpha Beobachter wäre dieses System ideal. Wenn nach dieser Untersuchung, die
beiden Systeme hinsichtlich Auflösung sich sehr ähnlich sind, dann wäre dem C 9.25 aus handlichen und preislichen Gründen der Vorzug zu geben. Im übigen ist beim
C 9.25 die Tubuswand auch nicht stabiler und würde bei einer Gabelmontierung und falscher Lagerung ähnlich reagieren wie oben das C11.

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Der farbabhängigen Öffnungsfehler (Gaußfehler) läßt sich bereits über die RGB-Farbzerlegung bei Foucaul und Ronchi gut zeigen:

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