C092 Newton-Spiegel am Stern prüfen mit Foucault und Ronchi

Wer die Qualität eines Newton-Systems (Hauptspiegel + Fangspiegel) prüfen will, hat es a) mit einem Parabolspiegel zu tun, aber
ebenso mit einem ellipt. kleinen Planspiegel. Beide optischen Elemente M Ü S S E N  in Ordnung sein, sonst ruiniert er die Qualität
eines LOMO-Spiegels durch einen falsch verklebten Fangspiegel: http://rohr.aiax.de/Ori12_05A.jpg

Der Strehl-Wert ist bei einem Newton-System nicht das wichtigste Qualitäts-Kriterium. Bei der Beurteilung des Hauptspiegels
geht es zunächst um dessen Rest-Astigmatismus, und zwar NUR um den Anteil an Rest-Astigmatismus, der dem Hauptspiegel
selbst zugeordnet werden muß. Siehe hier: C090 * Testing mirrors in two steps - 10.Okt.2016  Da man am Stern aber das Gesamt-
System prüft, also sowohl HS + FS, weiß man zunächst nicht, wie man die Fehler den beiden unterschiedlichen Spiegeln zuordnen
muß.

Beim Parabol-Hauptspiegel spielt zunächst das Glas-Substrat eine wichtige Rollen, weil Glas eine Art thermische Bewegung voll-
führt, also bei der geringsten Temperatur-Differenz zwischen Vorder- und Rückseite sofort die Parabel-Form ändert. Genau aus
diesem Grund sind z.B. die hochwertigen Zambuto-Spiegel ganz zart unterkorrigiert ( so in der Gegend von PV Lambda/5 bis /6
unterkorrigiert. Dadurch sinkt der Strehlwert auf die Gegend von Strehl = 0.95, obwohl wir es mit einem vorzüglich perfekten
Spiegel zu tun haben. Der "beste" Strehlwert von 0.99 nützt aber ebenfalls nichts, wenn wir es mit einem rauhen Spiegel zu tun
haben, wie man sie aus der chinesischen Massenproduktion kennt. Auch sollte ein Hauptspiegel keine Zonen und/oder abgesunkene
Kanten haben, weil dieser Fehler ebenfalls die Bild-Qualität stört. Am ehesten kann man die Qualität eines Newton-Systems
über lichtschwache Sterne einschätzen, wie man sie im Orion-Trapez mit den Komponenten E und F findet. Auch zwischen den Epsilon-
Lyrae-Sternen gibt es geeignete lichtschwache Komponenten, die als Test-Objekte einen guten Newton-Spiegel dokumentieren
können.

Nun kann man ein Newton-System aber auch am Himmel mittels Foucault-Test und Ronchi-Gitter am Stern prüfen:
Le Test de Foucault photographique   Le test de Ronchi; Beim Ronchi-Gitter-Test sollte es eine Gitterkonstante von 10 - 15 Linien-
Paare pro Millimeter sein, geätzt, nicht fotografisch wegen der scharfen Kanten. F048 Ronchi-Nulltest am Stern .  Eine Reihe
weiterer Berichte findet man am Ende dieses Berichtes oder hier: http://r2.astro-foren.com/index.php/de/schwerpunkt 
Wenn man sich nicht gerade in den Roddier-Test einarbeiten will, das wäre ein quantivativer Test, bei dem man einen Strehlwert
ermitteln könnte, sind Foucault- und Ronchi-Test am Himmel eher qualitative Tests, bei denen eine exakte Strehlermittlung von
den Rechthabern der Astronomie-Gemeinde mit Sicherheit heiße, aber unsinnige Diskussionen auslöst. (Dafür hat man ja die
Sozialen Medien. Die sind zwar "Sozial" aber nicht fachlich orientiert.)




Test- und Prüfverfahren  -  qualitative und quantitative Qualitätsprüfung

der Stern-Test,   F057 Pinhole auf der Achse,  der Artificial Sky Test,  der Ronchi-Gitter-Test,   der Foucault-Test,  der Lyot-Test,  
der Interferometer-Test,   der Restchromasie-TestAtmosFringe-StreifenAuswertungD099  Kipp/Tilt-Einrichtigung,  
Testing Mirrors Setup-Vergleich, RoC , F097-01 - Kleine Interferogramm-Typologie, RoC
C086 * Newton-Spiegel  -  auf den Strehl fixiert,  spiegel-eigener Astigm,  
E029A * RoC-Setup - fehlerhafte Auswertung beim Newton-Spiegel,    
The Matching Ronchi TestRonchi-Test , F048 Ronchi-Nulltest am SternDeutung von Ronchi-Grammen
AstroSurf-Cardoen-Spiegel am Himmel retouchiert