H043 2002 The Flying Dobson 16. ITT in Kärnten

16. Okt. 2002 The Flying Dobson meinem Astro-Freund Ernst Schöberl, Schweinfurt, gewidmet

The Flying Dobson

16. ITT 2002 Kampf dem Einäugigen Zykop oder The Flying Dob

Die Dobsonians beherrschen die Szene. Egal obs der Einäuige Riese "Zyklops" von Stathias Kafalis ist, für
den die Sagengestalt eigens erfunden scheint, oder der "Fliegende "Dob" von Ernst Schöberl, Prof. an der
Schweinfurter Fachhochschule, mit dessen technischer Mithilfe ein muskel-betriebenes Ultraleicht-Flugzeug
seine Runden drehte, bis es schließlich im Deutschen Museum landete, ob es der 20-Zöller von Altmeister
Martin Birkmeier ist, der sich schon lange für die solide Holzbauweise entschieden hatte, gegen die Über-
macht der Dobson-Freaks hatten die Refraktorianer kaum etwas dagegen zu setzen - im Gegenteil,
ein 70-Kilo-Mark schwerer Voll-Apochromat kam als Dobson-Verschnitt in Fagott-Bauweise daher. Die
Szene hatte sich in aller Vielfalt wieder versammelt und daran hatte das Organisations-Team um Wolfgang
Ransburg ebenso Anteil, wie die ausgefuchste Infrastruktur der Emberger Alm, die rund ums Jahr die Wanderer,
die Ski-Fahrer, die Drachen-und Gleitschirm-Flieger, die Allergiker, die Astronomie-Szene, alle möglichen
Seminare auf 2000 Meter anbietet oberhalb des Weisensees bei Greifenburg zwischen Spittal und Lienz im
Haider-Land Kärnten. Auch hatte die Emberger Alm ihr 75-jähriges Jubiläum, das ITT ist noch nicht so alt.
Was wäre das ITT, wenn sich nicht dort oben konzentriert die Creme aus der Astro-Szene treffen würde,
gewissermaßen eine High-Tech-Veranstaltung die ihresgleichen sucht.

01a Der Dobson-Altmeister Martin Birkmeier

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Viel Know How hat sich Martin Birkmeier dadurch erworben, daß er sich jahrelang besonders mit dem Bau
der großen Kaliber befaßte. Dieses Verdienst wird man ihm auch dadurch nicht streitig machen können,
daß man getürkte Reklamations-Meldungen aufs Nachbar-Board setzte, um ihm am Lack zu kratzen. Auch
nicht jedem Test-Bericht über Dobsons gelingt eine ausgeglichene Darstellung. Die Produkt-Palette von
Martin umfaßt auch ein reichhaltiges Sortiment unterschiedlicher Binokulars. Dem Berichterstatter diente
der 20-Zöller zeitweise als Sonnenschirm, um sich vor schlimmer UV-Strahlung auf großer Höhe zu
schützen

01b Der Markus Ludes

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... beharkt nach eigenem Bekunden das obere Markt-Segment, was immer das ist. Als Aquisiteur für Groß-
teleskope fliegt er häufig zu den Schlitz-Äugigen nach Fernost, deren Hautfarbe noch nicht auf ihn
abgefärbt hat. Tapfer stellt er also seine 9-Zoll Voll-Apochromaten in Dobson-Bauweise dagegen, so wollte
es der Matthias, der, so sagen böse Zungen, Haus und Hof für dieses Schnäppchen gelöhnt hätte. Insofern
gehört also auch der Markus zur Gemeinde aller Dobsonian-Gläubigen - wird ihn auch nicht stören, derart
gerühmt zu werden. Jedenfalls hat er seine Liebe zu den Fernöstlern entdeckt, also nicht nur zu den
Franzosen, deren Nähe er als Saarbrücker ohnehin suchen muß.

02a Experten unter sich

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Der Stathis und der Ernst. Der eine schleift die ultimativen Spiegel, der andere baut 6 1/2 Kilogramm
schwere Dobson-Montierungen für 15-Zöller - Fliegende Dobs also. Allein der Bericht von Ernst, wie das
erste Muskel-Kraft betriebene Leichtflugzeug entstand, war es wert, auf die Alm zu fahren.

02b Die Fangspiegel-Aufhängung

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erinnert an die Fangspiegel-Aufhängung der 8-Meter Spiegel auf dem Paranal. Dort wird es Stathis auch
abgekupfert haben.

03 Ein Westen-Taschen-Dob

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Die halbe Mannschaft vom Teleskop-Service konnte der "Reporter" auf die Platte bannen: Rechts die "Mutter
der Kompanie", Wolfi, und links sein Mitstreiter Andreas Murner. Der Dobson-Besitzer in der Mitte überragt
sein Gerät um Längen.

04 Eine andere Sandwich-Technik

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Schon vor einiger Zeit hatte Dietmar Böcker einen 12-Zoll Newton-Spiegel in Rußland bestellt, der im ersten
Anlauf nicht ganz seinen Wünschen entsprach. Also besserte der Lieferant mit meiner Hilfe ein zweites Mal
nach und bekam einen recht passablen Spiegel mit einer deutlichen Oberflächen-Struktur, die man im
PhasenKontrastTest sehr deutlich sieht. Beruhigend für Dietmar, daß er damit trotzdem sehr scharfe
Saturn-Bilder bekommt, bei wieviel-facher Vergrößerung hat er mir jedoch nicht erzählt. Interessant bei
diesem Voll-Tubus ist die Leichtbauweise in Sandwich-Technik, bei der der Kern aus Alu-Waben besteht,
wie auf übernächsten Bild zu sehen ist.

05a Das Polierverfahren

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... kann man bei diesem Beispiel als sich drehende Dreiecke erkennen. Eine vergleichs-weise rauhe Spiegel-
oberfläche.

05b Hauptspiegel-Zelle aus Kohlenfaserstoff

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06 auf zum Handstand

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Die von Ernst Schöberl angewandte Technik wird im Flugzeugbau bei der Innenausstattung verwendet. Die
Beanspruchung der Teile mußte der Reporter durch sein Körpergewicht demonstrieren. Die Verklebung
würde locker einen Handstand aushalten, wenn Ernst ihn noch vorführen könnte. Alle Teile dieser Montierung
hatte Ernst vorher sorgfältig mit der Briefwaage gewogen. Schließlich erreichte er ohne Spiegeloptik ein
Gesamt-Gewicht von 6 1/2 Kilo. Das sollte für Bandscheiben-geschädigte Sternfreunde eigentlich ein
starkes Argument sein. Der Verfasser kommt ebenfalls in den Genuß einer derartigen Montierung.

07 Ein filigranes Teil

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... hat er geschaffen in zweijähriger Arbeit - der Lieferanten wegen. Zusammengebaut war diese Montierung
in 16 Tagen. Matthias R.n, Betreiber von AstroTreff, ganz links, wurde wegen dieses feinen Boards
auf Bild gezerrt. Mittlerweile hat sich auf dieser Internet-Adresse eine illustre Mannschaft versammelt mit
hoch interessanten Beiträgen und Untersuchungen. Die schwarze Kohlen-Stoff-Montierung rückte noch
oft in Blickfeld von Neugierigen. Zweiter von rechts ist Wolfram Reichling, der mit Kurt Schreckling zusammen
Hochleistungs-Spiegel schleift.

08 Interferogramme bei 532 nm wave

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bis zu einem Durchmesser von 22 cm konnte der Verfasser zwei Stunden lang die Teleskope verschiedener
Sternfreunde per Interferogramm auf eine Leinwand projizieren. Dieser schöne Brauch wird mittlerweile schon
erwartet und von vielen Sternfreunden gegen ein Vergelts Gott in Anspruch genommen. Ab und zu springt
sogar ein Bier raus. Beim letzten ITT war nach 8 Stunden Prüfarbeit ein verspäteter Sternfreund äußerst
ungehalten, weil ich es wagte, schon Schluß machen zu wollen und keine Lust mehr hatte, einen Blick
aufs wertvolle Gerät zu werfen. So kann es einem gehen.

09 Ein Astro-Orginal

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Gebannt vom Anblick drückte ich auf den Auslöser - wer kennt ihn nicht, den Christoph ...

Ein solcher Bericht muß unvollständig bleiben. Es waren der HighLights noch viele, auch hatte der Reporter
nur einen Samstag Zeit, Eindrücke zu sammeln. Besonders gewürdigt werden muß auch die spontane
Bereitschaft viele Sternfreund, im Rahmen von Workshops ihre Beiträge anzubieten, die ausschließlich alle
auf großes Interesse stießen. Das ITT war auch heuer wieder eine runde Sache. Herzlichen Dank also an
alle, die fürs Gelingen beigetragen haben. Ich wünsch mir noch oft solche ITTs.

Wolfgang Rohr