H105 Foucault-Bilder zum Farblängsfehler und APO Unterscheidung

APO-UnterscheidungsKriterien

Siehe auch diese Übersicht: http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=7839

Es ist leichter, ein optisches System "niederzuschreiben" (Link1, Link2) als sich Unterscheidungs-Kriterien einfallen zu lassen, mit denen man tatsächlich einen Achromaten von einem Halb-Apochromaten oder Voll-APO unterscheiden kann. In jedem Fall muß Öffnung und Fokus in die Rechnung einbezogen werden. Bereits bei Dieter Lichtenknecker findet man in Tabellen den dort genannten RC-Wert (vermutlich Rest Chromasie) und Uwe Laux bezieht sich auf eine von Zeiss stammende gemeinsame Quelle, die einen S2N-Wert aus Fokus, Öffnung, Abbezahl und Teildispersion berechnet. Nun hat man aber nicht immer die Glaskombination der Objektive, damit man beide Werte nachschlagen könnte. In der Regel kann man aber auf 0.01 mm genau die Differenz der jeweiligen Tiefenschärfe über den Weißlicht-Bath-Interferometer mit engen Interferenzfiltern ermitteln und aus dieser Differenz ebenfalls diesen S2N- oder RC-Wert für die einzelnen Farben errechnen, wobei der Bezugspunkt die e-Linie (grün) bei 546.074 nm liegen soll, wegen der Grün-Empfindlichkeit unserer Augen auch nachts. Eine zusätzliche Schwierigkeit ist der Gaußfehler (also die Unterkorrektur im langwelligen und Überkorrektur im kurzwelligen Spektrum) weshalb für diese Fälle in der 0.707 Zone gemessen wird.

Auf diese Weise entstehen VergleichsZahlen, die auch Lichtenknecker in seinem RC-Wert benutzt:

Für Achromate gilt dann {RC/S2N >2}
Für Halb-Aprochromate gilt dann {1 < RC/S2N <=2}
Für Voll-Apochromate gilt dann {RC/S2N <=1}

Wobei dieser Sachverhalt für die Differenz grün-blau, -gelb und -rot gesondert untersucht wird. Fällt einer dieser Werte über die 1-er Schranke, dann wäre das ein Halb-Apochromat. (Über diese letzte Bedingung muß ich mir nochmals Gewissheit verschaffen)

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Zur Ermittlung dieser Werte sind zwei Formeln notwendig:

Schärfen_Tiefe = 2 * Wellenlänge(e) * (f/D)^2 und
RC/S2N-Wert = S2gemessen/Schärfen_Tiefe

Dazu ein paar Beispiele, die man über ein kleines Programm ermitteln kann:

ED-Vixen02a.jpg

ZeissASa.jpg

@hcq-rohr-09b.jpg

@hcq-rohr-09c.jpg

Puch_SkyW02a.jpg

Lohn20a.jpg

@chrom_aberr07A.jpg

@ZenitStar04a.jpg

ICS-Tak04a.jpg

Solchen Äußerungen wäre zukünftig etwas mehr Sachverstand zu wünschen Link1

@sekundSpektrum01.jpg

http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=6084
http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=6877

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Hallo Cord,

das Sekundäre Sepktrum habe ich nicht in allen Fällen vermessen. beim TAK FS 128/1040 schon, leider aber nicht beim
Vixen FL 102. Ich habe deshalb die Werte für den TAK ergänzt, den anderen APO muß ich leider schuldig bleiben. Zum
damaligen Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, daß das Sekundäre Spektrum als Unterscheidungskriterium in der Diskussion
eine Rolle spielen würde. Man lernt einfach dazu. Es gibt aber auch einen qualitativen Zugang zum gleichen Sachverhalt:
Auch über die Foucault-Bilder läßt sich zumindest der Farblängsfehler bzw. das Sekundäre Spektrum qualitativ darstellen,
und damit ebenfalls unterscheiden: Ein deutlicher Unterschied ist zwischen APO und Achromat erkennbar. Die Trennlinie
zum Halb-Apo hingegen oder zu den ED-Optiken ist weniger gut zu unterscheiden: Dabei findet man das jeweils kürzere
Spektrum im rechten Halbkreis, das längere Farbspektrum im linken Halbkreis. Je ausgeprägter das unterscheidbar ist,
umso größer natürlich auch das Sekundäre Spektrum. Zusätzlich mischen sich auch die Zonen-Fehler, Koma- und
Astigmatismus-Effekte. In der Zusammenschau über mindetens drei Jahre Foucault-Test an Refraktoren, lernt man
allmählich auch das Sekundäre Spektrum in solchen Bildern zu erkennen. Siehe auch:
http://homepage3.nifty.com/cz_telesco/refracter_test.htm
http://homepage3.nifty.com/cz_telesco/newton_test.htm
http://homepage3.nifty.com/cz_telesco/maksutov_test.htm
Am ausgeprägtestens liefert der Foucault-Test das Sekundäre Spektrum logischerweise beim FH-Typ ab. Leider kann
ich kein Japanisch.

foucault-bilder.jpg