H024 2007 Richard Gierlinger Sternwarte Gaisberg bei Schärding

http://www.observatorium.at/seite4.htm
http://www.gierlinger.cc/kuppel_und_sternwarte.htm
http://www.observatorium.at/sternwarte.htm
http://www.observatorium.at/sternwartenfest_2007.htm


Besuch bei Richard Gierlinger, der ganz große Gabel-
Montierungen baut - derzeit für einen 700 mm Newton-
Spiegel

Schärding allein ist eine Sehenswürdigkeit, und wer für die Malakoff-Torte schwärmt ist beim Cafe oben vor
dem Tor genau richtig. Bei der Malakoff-Torte wird der Bisquit-Teig nach dem Backen mit viel Rum getränkt,
also weitaus mehr, als im Rezept vorgesehen. Einen Hobby-Astronomen zieht es jedoch zu einer anderen
Sehenswürdigkeit, die leider mit keiner Malakoff-Torte aufwarten konnte . . .

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Diese Sehenswürdigkeit war also das erste Ziel, das mein "Navi" ansteuerte. Von außen macht die Sternwarte schon
was her. Innen findet man ein geräumiges Wohnzimmer für die Zeit, wenn der Sternfreund Richard Gierlinger entweder
Schlaf oder seine Ruhe braucht. Und weil zu einer Sternwarte auch eine Werkstatt gehört, hat er gleich daneben die
Räumlichkeiten für die Endmontage seiner gewiss nicht kleinen Montierungs-Projekte.

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Dazu ein paar Informationen von Richard selbst:
Quote:


Sternwarte Gaisberg. Erbaut 2005/2006. Hauptinstrument ein 610mm Newton mit f=2800mm (Alluna Optics), Fangspiegel Lomo.
Gittertubus zum Großteil aus Carbon. Dadurch hat der Tubus incl. Optik nur ca. 115Kg. Weiters ist er durch die Carbonbauweise sehr
temperaturstabil, und es muß so gut wie nie nachfokussiert werden. Gabelmontierung mit einem 450mm Schneckenrad als REK Antrieb,
und ein 360mm als DEK Antrieb. Steuerung ist eine FS2, die mit der Planetariumssoftware Guide gekoppelt ist. Als CCD kommt eine
SBIG ST8 mit Filterrad CFW9 zum Einsatz + Kellerkorrektor. Fotografische Brennweite dadurch 2120mm. Also fast Schmidtkamerwerte.
Fotografische Grenzgöße mit der CCD liegt bei 23mag. Die Kuppel hat 5.5m Durchmesser, und ist die größte private Kuppel in Österreich.
Ausführung ist ein Stahlbau, der Außen und Innen mit Alublech verkleidet ist. Dazwischen eine Isolierung. Dadurch gibt es keine Problem
mit Kondenswasser, und sie ist auch sehr Temperaturstabil. Die Spaltschieber sind eine Spezialkonstruktion. Deshalb können die Tore mit
einer Hand aufgeschoben werden. Also keine Seilwinden notwendig für die Spaltöffnung. Im Erdgeschoß der Sternwarte befindet sich ein
Beobachterraum mit Bibliothek. Von dort aus können alle Funktionen des Teleskops, der CCD Kamera und auch die Kuppel gesteuert
werden. In einer normalen Bebachtungsnacht braucht man normalerweise nur 2mal in die Kuppel. Abends um den Spalt zu öffnen und das
Teleskop zu aktivieren. Und dann wieder morgens um alles dicht zu machen. Der Rest erfolgt vom Beobachterraum.
Das Hauptgebiet der Sternwarte ist die Astrometrie von Kleinplaneten. Beim MPC in Cambridge (http://www.cfa.harvard.edu/iau/mpc.html)
ist die Sternwarte Gaisberg unter dem Observatory Code B21 registriert. Eine Liste der bisherigen Entdeckungen findest Du unter
http://www.observatorium.at/seite3.htm. Darunter befinden sich auch spezielle Typen von Kleinplaneten. Und zwar ein "Hungarian" und ein
"Trojaner". Für Deep Sky bleibt leider nicht viel Zeit. Ergebnisse unter http://www.observatorium.at/seite4.htm



Um ein solches Projekt handelt es sich gerade - eine schwergewichtige Gabelmontierung: Dieses System haben vor
30 Jahren bereits die Freiburger Sternfreunde für ihre SChau-ins-Land-Sternwarte von Richard bauen lassen. Und weil
dieses System so erfolgreich ist, hat es Richard immer wieder, und vor allen immer größer gebaut. Die Spiegel wurden
auch immer größer. Also den Richard kurz "in seine Gabel" gestellt und abgedrückt.

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Man kriegt das Teleskop fast nicht aufs Bild, so groß ist die Angelegenheit in der Kuppel. Wie groß, läßt sich über die
oberen Links ermitteln.


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Jedenfalls ein großer Unterschied zu den professionellen Universitäts-Sternwarten besteht bei Richard ganz bestimmt
nicht mehr: Oben läuft das Teleskop und Richard sitzt einen Stock tiefer am Rechner, der alles im Griff hat.

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Auch die mechanischen Teile erscheinen fast ein wenig überdimensioniert, wenn man das Schneckenrad so auf sich
wirken läßt, ein nicht ganz kleines Projekt, was er gerade durchzieht.

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Der eigene Newton Spiegel stammt aus der Schmiede von Alluna Optics, Spiegel mit einer exzellenten glatten Ober-
fläche. So schaut ein glücklicher Sternfreund aus.

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Ein paar Bilder seiner zahlreichen Webseiten.

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Auf dieser Galerie-Seite findet man weitere Aufnahmen: http://www.observatorium.at/seite4.htm

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Und schließlich der Standort aus der Satelliten-Perspektive

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oder bei Google Map

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