H020 2008 ITV am Gederner See

ITV-2008 am Gederner See: und alle kamen auf ihre Kosten . . .

... Ein Sammelbecken unterschiedlichster Interessen, Gruppen, Teleskope, Händler trifft man regelmäßig auf
so einem Teleskop-Treffen, das mit dem Standort in Gedern sehr viel an Attraktivität gewonnen hat seit zwei
Jahren - unbestritten. Trotzdem kann man in vorgerücktem Alter und zu vorgerückter Stunde gern auf den Lärm
(andere nennen das Musik) und auf die Videos zum Zeit-tot-schlagen verzichten. In unserer Abteilung war es
Gottseidank etwas ruhiger. Meine Interessens-Lage ist kurz beschrieben: Bilder für Forenbericht, Dobson-Ver
gleichs-Test an ausgewählten Spiegeln, Kontaktpflege und Rückgabe getesteter Optik.

An TeleskopService kommt man - geschickt im Eingangsbereich plaziert - offenbar nie vorbei. Als alle Okulare
verkauft waren, war der Laden dicht, und keiner mehr zu sehen. Dafür waren viele andere Händler ansprechbar,
besonders als die Beobachtungsnacht begann.

In meinem Fall hatte ich mir drei Spiegel ausgesucht, die ich mit meinem 20-Zoll f/4 Alluna-Spiegeln verglich:
Ein 18-Zoll Intes f/5, der LOMO 15-Zoll f/5 und der Galaxy 20-Zoll f/4 mit den gleichen opt. Daten, wie der
Alluna Spiegel, also meinem eigenen. Kurz gefaßt: Die Spiegel müssen richtig ausgekühlt sein, wenn man
vergleichen will, der Gitterrohrtubus muß gegen die Körperwärme geschützt sein, und das Seeing war am
Gederner See ähnlich "gut", wie bei mir daheim im Flußtal. Ganz bescheiden ausgedrückt: Mein Spiegel kann da
gut mithalten.

Für die Crew vom Martin Birkmeier /Intercon Spacetec bedeutet es jedesmal Schwerst-Arbeit, die dem Karl Turner am
MOrgen darauf regelrecht ins Gesicht geschrieben stand: Als ich mein fröhliches "Guten Morgen" schmetterte, frug er
erschrocken zurück: "Schau ich wirklich so schlimm aus?" Offenbar steckte Martin die Strapazen der vergangenen
Nacht doch etwas besser weg. Jedenfalls zog ich mich rechtzeitig in der folgenden Nacht bei ca. 2.5° Grad Außen-
temperatur ins etwas wärmere Auto zurück um dann frühzeitig um 06:00 Uhr, wie gewohnt wieder munter zu sein.

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Sehr beeindruckend, diese transparente Sternscheibe, die nächtlings auf einem Kasten sitzt und von hinten mit LEDs, mit
roten, angeleuchtet wird. Eine sehr gute Idee. Die junge Dame mißbrauchte ich - zum Halten.

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Markus, der Ludes, bietet, auf einem der nächtsten Bilder "engumschlungen" zu sehen, bietet den Lunt Solar Filter an,
eine auch preislich erwägenswerte Angelegenheit für die Sonnenbeobachtung. Kann man übrigens bei allen diesen
Händlern auch kaufen. Technische Information,

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Nicht nur ein Telescope treibt die Begeisterung von Markus in die Höhe . . . dem Fotografen jedenfalls war es recht!

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Der optische Doppelwopper, taucht nahezu auf jedem Teleskoptreffen auf.

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... der stiehlt dem Stathis doch glatt die Schau, wenns auch nicht so große Spiegeldurchmesser sind: Auf dem ITV mal
eben einen Spiegel geschliffen für die nächste Beobachtungsnacht. Der fröhliche Spiegelschleifer rechts hatte gerade mit
Carbo 80 angefangen, während sein Maschienchen fröhlich vor sich hin-tuckerte.

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Einen Intes 18 Zoll f/5 hatte ich mir als erstes VergleichsObjekt auserkoren. Intesspiegel machen schon was her. Leider
fehlt dieser Variante noch der Stoff-Kondom, der das Tubus-Seeing entscheidend verbessern kann, weil es hilft, die
Körperwärme abzuschirmen. Da ich erst gestern abend daheim mir Saturn erneut mit 500-facher Vergrößerung betrach-
tete, weiß ich mittlerweile, wie wichtig richtiges Auskühlen und der Stoffmantel für einen Gitterrohr-Tubus sind. Für das
Seeing später kann natürlich keiner was. Dieser Dobson hatte auch einen "Navi", was die Suche am Himmel erheblich
verkürzt.

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Spiegel Nr. zwei ist der von mir vor ca. 5 Jahren getestete LOMO 15-Zoll f/5 Spiegel. Er stammt aus einer Serie von 6
Spiegeln, und wir haben uns selektiv von den sehr guten Spiegeln dann doch noch die besten herausgefischt. Auch hier
war der Spiegel noch nicht richtig temperiert. Die Luft über dem Hauptspiegel wurde durch die Körperwärme ebenfalls
gestört leider. Bei solchen Spiegeln muß man am Saturn wenigstens für Sekundenbruchteile Ring wie Cassini-Teilung
absolut kantenscharf sehen, ebenso die lichtschwachen Monde als nadelscharfe Punkte. Nicht zu vergessen die Leichtbau-
Weise vom Sternfreund Ernst, wie ich sie hier beschrieben habe:

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Diesmal spielte das Wetter vergleichsweise gut mit, auch wenn die Nächte ein wenig frisch waren - bis zum Gefrierpunkt.
Und Dobsons gab es wie Sand am Meer.

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Hans-Ulrich, leidenschaftlicher Naturfotograf, erzählte mir, wie er den Specht überlistet hat. In der Tat kann ein Auto nicht fliegen und stellt somit für einen Dendrocopos majorkeine größere Gefahr dar, was man bei Hans-Ulrich so nicht
unbedingt sagen kann. Es schlich dann noch so ein Ralf aus der Leipschger Gegend rum, den man nicht unbedingt
fotografieren darf, also hielt ich einen kurzen Plausch mit Hans-Ulrich.

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Die Anzeige-Tafel ist eine wunderbare Idee einer wie immer gearteten Info-Börse.

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Dunkel wars! Gerade hatte ich meinen dritten Spiegel erreicht, den 20 Zoll f/4 Galaxy-Spiegel von Martin Birkmeier, der in
Minutenschnelle aufgebaut war, als mich eine markante Stimme aufschreckte: Mein Gott, entfuhr es mir! Du kannst ruhig
Wolf-Peter (Hartmann, Regensburg) zu mir sagen. Auch im Unruhestand pendelt Wolf-Peter von Regensburg nach Namibia
und Ende Mai fliegt eine größere Truppe der IAS auf den Gamsberg hinauf. Dort unten steht auch die große AstoKamera,
die ich vor bald 30 Jahren in Haßfurt geschliffen habe, (eine bewegte Geschichte)

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Passend für Namibia und die Vielflieger müssen Dobsons vor allem leicht sein, wie Timm Klose gerade zeigt. Das Gesamt-
gewicht liegt bei ca. 18 kg, wobei der Hauptspiegel aus einer ca. 15 mm Glasscheibe besteht und deshalb bereits beim
Schliff sehr sorgfältig gelagert und poliert wurde (gestreichelt) wie mir Timm erzählte.

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Der Hauptspiegel liegt auf der üblichen 18-Punkt-Lagerung und wird unten . . .

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im Winkel von ca. 100° von zwei Wippen getragen, die den Spiegelrand genau in dessen Mitte unterstützen. Zu nahe am Spiegelrand entstünde bereits Astigmatismus - eine Lagerungs-Art zu der ich schon seit langem übergegangen bin. Hätte
ich am Abend vorher von diesem Dobson gewußt, wäre das der 4. Spiegel gewesen, der mich näher interessiert hätte.
Als Verbindungs-Stangen eignen sich vorzüglich die Alu-Stöcke der Nordig Walking Ausrüstung, wie sie Timm benutzt.

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Die parallaktische Montierung dieses Dobsons fand nicht nur ich höchst bemerkenswert, weshalb sich dieser Sternfreund aus
Landshut über mangelndes Interesse nicht beklagen konnte.

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noch ein paar Einzelstücke aus dem großen Angebot an Dobsons (Hier der Erfinder)

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hier die Handtäschchen-Variante mit GSO-Spiegel und gebogener Fangspiegelhalterung.

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ebenfalls ein Eigenbau, vermutlich 20 Zoll f/4 von irgendwoher.

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Jedenfalls hatte ich mir ausgiebig in Martins 20-Zoll f/4 Dobson mein langjähriges Test-Objekt Saturn mit Monden unter die
Lupe genommen, habe dann gestern abend gleich wieder meinen eigenen Dobson geschultert, und stelle voller Zufrieden-
heit fest, daß der meinige ganz bestimmt nicht schlechter ist. Wobei ein harter Vergleich offenbar nur unter absolut gleichen
Bedingungen möglich scheint. Und da erscheint mir ein ausgekühlter Dobson die Grundvoraussetzung zu sein, weswegen
ich meinen Dobson zuvor zwei Stunden lang mit einem Ventilator angeblasen habe.