F202 * Transfer Ronchigitter Test

Ronchigitter-Test - optische Qualitätsprüfung - Wolfgang Rohr

Der Ronchigitter-Test

Dieser Test ist nur sinnvoll, wenn er möglichst den gesamten Öffnungsdurchmesser erfasst, wie man an den Testbildern sehen kann. Zur Interpretation
des jeweiligen Fehlers siehe auch:

http://www.astrosurf.com/tests/ronchi/ronchi.htm#haut

http://www.teleskop-service.de/Leistungspaket/focault/focault.htm

Beim Ronchigitter-Test sind mehrere Dinge wichtig:

  • es sollte ein auf Glas aufgedampftes Gitter sein mit scharfen Kanten, kein fotografisches Gitter
  • die Gitterkonstante sollte zwischen 10 und 20 Linienpaare pro Millimeter sein
  • Linie und Zwischenraum sollten gleich breit sein
  • ein auf 10 micron einstellbarer Lichtspalt eignet sich für diesen Test sehr gut
  • Gitterlinien und Lichtspalt müssen parallel zueinander sein

Der Ronchigitter-Test zeigt:

  • eindeutig den Öffnungsfehler mit Über- oder Unterkorrektur
  • abfallende Kante oder Zonenfehler
  • die Glätte und Art der Politur an den störungsfreien hellen Linien und einer klaren Beugungslinie dazwischen
  • er zeigt nicht den PV-, RMS- und Strehl-Wert und ist für die Quantifizierung zu ungenau

Folgende Abbildung zeigt den prinzipiellen Aufbau des Ronchigitter-Tests

ronchi2

Blickt man von links auf die erste Linie rechts von der Mitte entspricht das dem Profil von oben auf die Spiegel-Oberfläche bzw. Topografie der Wellenfront.

Ein mäßig gelungener Spiegel im Ronchigitter-Test intrafokal bei 13 lp/mm: Die mittlere rechte Streifen zeigt das Profil, wie man es beim nächsten Foucault-
test bekommen würde. Die dünnen Beugungslinien zwischen den hellen breiteren Streifen zeigen eine relativ glatte Politur. Hier sind die Zonen der Hauptfehler.

allerwelt03

Foucault-Test des gleichen Spiegels:

allerwelt02

ein Ronchi-Bild, dem man die Flächenstruktur bereits ansehen kann:

Suprax007

Der gleiche Spiegel im Lyot-Test

Suprax009

So schaut das perfekte Ronchi-Gramm eines perfekten Spiegels aus: Ein Intes-Spiegel

intes05

Zambuto-Spiegel gehören zu den Spitzenprodukten

zambuto01

Ein hochwertiger Apochromat mit Resten eines Farblängs-Fehlers, ebenfalls im Ronchi-Test erkennbar.

mundl04

Der farbabhängige Öffnungsfehler bei einem bekannten Zeiss-Objektiv mit Interferenz-Filter in der jeweiligen Wellenlänge. Das Optimum liegt im visuellen
Bereich. Alle Bilder sind intrafokal erstellt. Folglich ist blau überkorrigiert und rot unterkorrigiert.

@zeiss05

Ein Synta-Fraunhhofer mit falschem Linsenabstand, weshalb das Optimum im Blauen (F-Linie) liegt. Dies kann über eine Verkleinerung des Linsenabstandes
behoben werden.

Synta1

Vergleich einer glatten und einer rauhen Fläche im Ronchigitter-Test

norman03

Der rechte rauhe Spiegel im Foucault-Test

norman01

Ein Schmidt-Cassegrain-System, dessen unruhige Fläche in der Regel von der Schmidtplatte herrührt.

SC-01

Ein 840/3010 Newton-Spiegel am Stern mit Luftunruhe

sterntest-24

Merke:

Auch der Ronchigitter-Test lässt sich gut am Himmel darstellen. Dabei sollte man sich eine Einstellung (intrafokal) angewöhnen, dann ist die Zuordnung der
Fehler ganz eindeutig. Am Himmel ist ein 20 lp/mm Gitter das Optimum, sonst ist dieser Test zu ungenau. Auch der Ronchigitter-Test zeigt nur qualitativ
deutlich die Merkmale eines optischen Systems, nicht jedoch den PV-, RMS- und Strehl-Wert.

Wolfgang Rohr