E069 Zeiss Plan-Werkstattspiegel Nr 22

Zeiss Plan-Werkstattspiegel Nr. 22       

Dieser 520 mm Zeiss Plan-Werkstattspiegel Nr. 22 scheint eine bewegte Vergangenheit hinter sich gebracht zu haben. Jedenfalls war er gründlich
eingestaubt, sodaß der Staub zunächst ein schlechteres Ergebnis vortäuschte. Erst eine vorsichtige Reinigung zeigte den Spiegel so, wie man ihn
von Zeiss eigentlich erwarten durfte.

Der Plan-Werkstattspiegel Nr. 22 in einem neuen Gehäuse, aufgehängt in einem Kunststoffband mit Sicherungen oben und unten.

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Die Gravour auf der Rückseite verrät die Herkunft, auch wenn der Begriff "Zeiss" leider fehlt. Er muß wohl zwischendurch in einer mittlerweile aufgelösten Sternwarte
als Sonnen-Kollimationsspiegel seinen Dienst versehen haben.

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Nun möchte man wissen, welche Qualität man bei diesem Planspiegel erwarten kann. Also schaut man sich die Planfläche über einen Kugelspiegel an, der zwar
eine gute Sphäre hat, aber leider keine perfekte Oberfläche. Doch davon später. Genau dieser Umstand führte einstens dazu, daß ich eine Primadonna aus der
Szene tödlich beleidigt hatte, weil mir dessen Fläche nicht genau genug war.

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Die Strehlwerte dieses 250 R 2400 Kugelspiegels wären ausreichend hoch

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Wobei man Koma ohnehin abziehen kann, und auch Astigmatismus mehrere Ursachen haben kann, weshalb eine Zuordnung sehr kompliziert wäre.

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Sinnvoll ist deshalb der Vergleich des Foucault-Testes: Links im doppelten Durchgang über den 520 Zeiss-Flatt selbst und rechts der gleiche Foucault-Test
nur mit dem Kugelspiegel allein. Da sich beim Vergleich zeigt, daß die Flächenstrukturen unter Lambda/10 der Wellenfront sehr viele Ähnlichkeiten links über
den Zeiss Planspiegel haben, verglichen mit dem Foucault-Test des Kugelspiegels selbst, zeigt sich in diesem Test kaum ein Einfluß, den der Zeiss Flat auf
diesen Meßvorgang hätte. Das bedeutet, daß der Zeiss Planspiegel eine hohe Genauigkeit haben muß: Mindestens PV Lambda/10 und besser mit einer hohen
Glätte der Fläche. Damit wäre der Foucault-Test weitaus informativer als der nachfolgende Interferometer-Test.

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Im linken IGramm ist über den ansteigenden Streifenabstand von oben nach unten ein Astigmatismus erkennbar, der ein Hinweis auf die Planität bzw. Power wäre.

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Blickt man in einem flachen Winkel über eine noch so große Sphäre, dann entstehen astigmatische Bilder, über deren Größe man auf die Pfeilhöhe des Krümmungs-
Radius schließen kann. Überschlägig im Bereich von ca. 200 km Radius.

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