D089 Baader MaxBright Binocular Ansatz

Ein Bino - sollte man in Ruhe lassen !

Ein Bino - sollte man in Ruhe lassen! Besonders wenn die optischen Komponenten mit Silikon-Kautschuck verklebt sind. Würde man nämlich die
Verklebung aufschneiden, dann hätte man sehr viel Arbeit vor sich mit dem Druck, daß es nachher perfekt zentriert sein soll. Selbst wenn man
in der Lage ist, eine solche Zentrierung durchzuführen, was ich mir durchaus zutrauen würde, stellt sich die einfache Frage, ob die gemessene
Abweichung nicht innerhalb einer Toleranz liegt, die von unserem Seh-Apparat noch locker kompensiert wird. Es ist die alte Frage, des Verschlimm-
besserns, bei der man in der Regel hinterher ein schlechteres Ergebnis hat, als zuvor.

Die nächste Abbildung zeigt ein Baader MaxBright Binocular Ansatz, das Innenleben selbst kriegt man selten zu Gesicht - gemeinerweise.

BP_00.jpg

Ohne die verklebten Schutzkappen, die man besser markiert, sieht man das Innenleben eines solchen Binos.

BP_01.jpg

Herzstück im Inneren ist ein 50%/50% Teilerwürfel, der 50% zunächst vertikal passieren läßt, danach wird das Lichtbündel nach der Seite und dann nach oben
gespiegelt über zwei 90° Prismen. (Ziemlich viel Glasweg!) Wie man am geöffneten Bino sieht, sind diese Prismen nach der Zentrierung mit Silikon Kautschuck
gesichert. So dürfte das Bino eigentlich sogar einen Sturz überstehen, was der Anlaß für meine Untersuchung war.

BP_02.jpg

Hier sieht man die beiden Klebestellen noch deutlicher in der Vergrößerung.

BP_03.jpg

Auf der anderen Bino-Seite wird das vom Teilerwürfel seitlich ausgelenkte 50%-Bündel ebenfalls nach oben zum Okular gespiegelt. Hier dürfte noch ein Glasweg
zusätzlich nötig sein, damit auf beiden Seiten gleiche Verhältnisse sind. Sehr gut erkennbar wieder die Verklebung der Prismen.

BP_04.jpg

Der Hersteller hat, wie man sieht, nicht mit dem Kleber gespart. Die Prismen sind also sehr gut fixiert.

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Dort wo optisch der Eingang des Binos ist, positioniert man einen Laser, der kommt auch tatsächlich am anderen Ende wieder heraus. Also richtet man das Bino
so aus, daß die beiden Bündel horizontal in gleicher Höhe wieder austreten und mißt vorsichtshalber den Bündelabstand: Hier waren es 74 mm. Wäre das Bino
exakt zentriert, dann sollte auch bei einer größeren Entfernung sowohl die beiden Bündel horizontal bleiben und zusätzlich den gleichen Abstand haben.

BP_06.jpg

Bedauerlicherweise wäre der Abstand nur 70 mm und ein Höhenversatz von 18 mm, den man halbieren könnte, wenn man sich an der Mitte orientiert. Mein eigenes
Bino ist nicht heruntergefallen, aber auch da wären die Bündel nicht ganz parallel zueinander. Ich kann mir also vorstellen, daß diese Differenz im Bereich der
Toleranz liegt, die von unserem Seh-Apparat verkraftet wird. Und da keines der zugänglichen Prismen wackelt, lassen wir die Sache vorsichtshalber auf sich beruhen.

BP_07.jpg

Porroprismen, benannt nach ihrem Erfinder Ignazio Porro, der sie 1854 patentieren ließ, sind die klassischen Umkehrprismen in einem traditionellen Feldstecher:
http://de.wikipedia.org/wiki/Porroprisma

BP_08.jpg

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http://de.wikipedia.org/wiki/Totalreflexion

Total-Reflexion

Lieber Heinz, (siehe auch meine Ergänzung im oberen Bericht.)

Quote:


Die Totalreflexion ist ein besonders bei Licht beobachtbares Wellenphänomen. Sie tritt an der Grenzfläche zweier transparenter Medien (z. B. Wasser-Luft) auf. Im Falle von Licht wird dieses hierbei an der Grenzfläche nicht gebrochen, sondern vollständig reflektiert, das heißt, ins Ausgangsmedium „zurückgeworfen“, obwohl die Grenzfläche nicht verspiegelt ist.



Total_internal_reflection.jpg

Abhängig von den beiden Medien Luft und Glas und dem Winkel haben wir es mit Totalreflexion zu tun und müssen nicht mehr verspiegeln.

1000px-Interne_Reflexion_(Schema).svg.png

Nimm einen Laser-beam und experimentiere an einem Aquarium oder sonst einem rechtwinkligen Wasserbehälter: Learning by doing.

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Hallo Wolfgang und Ingo

Ich habe das auf und zuklappen mal probiert.
Bei den oberen 2 Bilder ist das Bino maximal gespreizt.
Der kleine Höhenversatz muß dazu gerechnet werden.

Bei den unteren Bildern ist das Bino ganz zusammengeklappt.
Der Höhenversatz muß auch hier dazu gerechnet werden.

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Hallo beidäugige Fangemeinde,

an dieser Stelle möchte ich kurz meine Erfahrung mit dem Baader Maxbright Bino berichten:

Zuerst einmal ist es eine Bereicherung, die man kaum beschreiben kann, eben ein ganz andere Sehen.

Nachdem ich anfänglich die passende GWK gesucht und dann gefunden hatte (2,6), klappt alles sehr gut. Doppelbilder lassen sich mittels der Rädelschraube sehr gut beseitigen, der Augenabstand ist auch ok, das Fokussieren klappt dank der feinfühligen Drehgewinde ebenfalls einwandfrei.

Lediglich bei der Okularauswahl habe ich mich zu Anfang verlaufen. Statt kurzbrennweitige habe ich den Schwerpunkt auf langbrennweitige Okulare verlagert, da die GWK wie eine starke Barlow wirkt.

Zum Sehen brauche ich nicht viel zu sagen, meist fehlen mir die Worte und ein klares "WOW" ist meist zu hören, wenn das Bino im Einsatz ist. Auch schließe ich mich Stefans Meinung an, ich kann ebenfalls mehr Details erkennen.

Viele Grüße
Jo