D087A Mein Mini-Dob

, Mein Mini-Dob

Mein Mini-Dob dürfte ins 34.-te Jahr gehen und wurde zweimal gebaut, erst aus Holz, später aus Aluminium-Profil-Leisten. Damals gab es bei Spindler& Hoyer
zwei günstige Achromaten 80/500, aus denen zusammen mit zwei 90° Amici-Prismen ein Feldstecher werden sollte. Das Problem war mein Augenabstand mit
um die 76 mm, aber das läßt sich mechanisch sehr leicht beheben - allerdings nicht bei mir.

Bei 20-facher Vergrößerung ist die Beobachtung bestimmter Objekte am Himmel aus mehreren Gründen interessant: Gut zu sehen über Sternbild Pfeil war M 27,
die geringe Vergrößerung wäre also nicht das Problem. Natürlich nicht in der Pracht, wie man den Hantel-Nebel von Fotografien kennt. Albireo im Schwan ebenfalls
gut zu sehen, allerdings sind farblich die beiden Komponenten kaum zu unterscheiden, wenn man es nicht weiß. Im Delphin wäre der Doppelstern auch noch zu
trennen. Im Sternbild Lyra erkennt man die Epsilon Sterne gut, die engen Doppelsterne jedoch nicht. Man kann sie allenfalls erahnen. Viel interessanter ist der
Ringnebel, der bei dieser Vergrößerung nur ein kleiner Ring wahrnehmbar ist, und man muß genau hinschauen. Zur Orientierung jedoch ist es hilfreich, daß man
zugleich Gamma und Beta Lyrae bzw. Sulafat und Sheliak in ein Bildfeld bringt und nach einigem Suchen auch den kleinen Ringnebel findest.

Sehr beeindruckend später, in der Zeit um 03:00 bis 04:00 der Jupiter. Zwar klein, dafür aber auf einer Perlenkette die Monde und auch die Bänder sind ein-
deutig zu sehen, wenngleich natürlich nicht die Struktuir selbst. Die Plejaden erkennt man bildfüllend, überdimensioniert auch Andromeda-Nebel plus Begleiter-
Galaxy. Sehr viel größer (scheinbar) als im C11 erscheint M33. Bei hoher Vergrößerung sieht man offenbar nur den Kern. Später noch ein Streifzug durch das
Sternbild Fuhrmann und die Einsicht, daß niedrige 20-fache Feldstecher-Vergrößerungen durchaus ihren Reiz haben, bevor der Himmel sich dann mit Wolkenschleier
überzog.

Man baut zwar nicht für die Ewigkeit, aber vor 34-Jahren hatte ich die Idee, mit einem bequem nach unten zu schauenden "Feldstecher" den Himmel beobachten
zu wollen. Bequem im Garten auf der Out-Door-Garnitur, wie man das heute nennen würde. Im Rücken ein paar reife Trauben, damit es auch nachts an nichts
fehlt. Damals gab es in der Schweiz die schönen/teuren Spektros WW-Okulare 25 mm, 15 mm, die ich mir paarweise zulegte. Zusammen mit dem Amici-Prismen
wäre das heute bereits ein kompletter Dobson, Galaxy oder so. Der Alu-Kasten wird hinten und vorne von zwei Kunststoff-Platten gestützt: Hinten für die
Amici-Prismen nebst Okulare, und vorne inclusive Taukappe die seitlich angeschliffenen verkitteten Zweilinser, wegen des Augenabstandes. Und weil das alles
so praktisch ist, gleich noch eine Baader Sonnenfolie für tagsüber. Obenauf Martins Laser-Pointer, der genau dorthin zeigt, wohin man schauen will - so man
sich am Sternhimmel auskennt.

M_Dob01.jpg

Ein Dobson ist es deswegen, weil die Bewegungs-Achsen dem eines Dobson entsprechen, mit Klemmung in der Höhen-Achse. Hinten also die beiden 25 mm Spektros,
die man für höhere Vergrößerungen wechseln kann gegen kurzbrennweitige Okulare. Vorne von einer Kunststoffplatte gehalten die seitlich angeschliffenen Achromate.
Ein schwarzer Fotokarton trennt die jeweiligen Strahlengänge im Inneren. Innen hilft schwarze Velour-Folie für die nötige Dunkelheit.

M_Dob02.jpg

Von vorne die beiden Objektive, augenabstandsgerecht und eine kleine Taukappe in Form einer überspringenden Alu-Verkleidung. Da heute nacht zeitweise der
Himmel sehr klar war, war es ein erneutes Erlebnis, wie groß bzw. klein manche Objekte am Himmel doch sind, wenn man sie mit einer Vergrößerung betrachtet.

M_Dob03.jpg