D070 Mewlon 210 sphärischer oder elliptischer Fangspiegel

Beschreibung bei Intercon Spacetec                            

Zum Mewlon 210 von Takahashi gibt es eine Reihe informativer Links, hauptsächlich Berichte aus der Praxis mit
überzeugenden Ergebnissen. Nachdem dieses Cassegrain-System als Dall-Kirkham beschrieben wird, interes-
sierte mich die Frage, ob und was für ein Cassegrain-System das ist. Ein Dall-Kirkham System hätte einen
elliptischen Hauptspiegel und einen sphärischen Fangspiegel. Ziel dieser Untersuchung war es, aus den Teleskop-
Daten mit Zemax das System nachzuvollziehen. Es hat eher den Anschein, daß der Fangspiegel leicht elliptísch
sein muß, wenn die Simulation zu den gemessenen Radien und Abständen des konkreten Cassegrain passen
sollen.

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Es bieten sich also zwei Wege an, die conische Constante des R = 1205 Hauptspiegels zu bestimmen: Bei der Streifen-
Auswertung im Krümmungsmittelpunkt (RoC) der ausgebauten Hauptspiegel-Einheit (übernächstes Bild) mit AtmosFringe
käme eine best fit conic constant con -0.717 heraus. Schaut man sich die Lagerung etwas an, dann drückt der Haupt-
Spiegel geringfügig gegen die Holzunterlage und verursacht damit möglicherweise bereits einen leichten Lagerungs-
Astigmatismus im nächsten Bild.

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Die conische Konstante über die Streifenauswertung läge also in der Gegend von - 0.717...

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Eine andere Möglichkeit ergibt sich über eine Kompensations-Anordnung durch eine BK7 Plankonvex-Linse hindurch. Für
die Parabel stimmte dieser Nulltest also nicht. Durch Veränderung des Abstandes Linsen-Scheitel - Hauptspiegel läßt sich
ebenfalls ein Nulltest erzielen: Der Abstand wird umso größer, je kleiner die conic constant wird, sodaß auf diese zweite
Art eine conische Konstante von - 0.7311 heraus kommt. In dieser Gegend liegt also die Ellipse beim Mewlon 210.

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Vor dem Planspiegel in doppeltem Durchgang ausgemessen ergeben sich nur folgende Werte mit einer Genauigkeit von ca.
1 mm: Der gemessene Abstand vom Sekundär-Spiegel zum Fokus (100 mm hinter der 2 inch Okularhülse) beträgt 689 mm.
In dieser Einstellung der Abstand HS zu FS ca. 441 mm. Aus dem HS-Radius, dessen conic constant und den Abständen
kann man nun den FS-Radius und dessen conic constant ermitteln. Unter diesen Bedingungen kann es beim Mewlon 210
eigentlich keinen sphärischen Fangspiegel geben, weil die Spotdiagramme dann schlechter ausfallen würden, und das
wurde u.a. über die Sternfeldaufnahmen widerlegt. Deswegen auch das von mir simulierte System.

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Ein besonderes Augenmerk muß man auch auf die Fokus-Lage legen. Je größer der Abstand zur Okular-Hülse ist, umso
größer auch die Systembrennweite:

SystemBrennweite zwischen 2570 mm und 2197 mm je nach FokusLage
2570 mm Fokus bei Abstand 689 mm vom Secundär-Spiegel
2383 mm Fokus bei Abstand 639 mm vom Secundär-Spiegel
2417 mm Fokus bei Abstand 648 mm vom Secundär-Spiegel
2197 mm Fokus bei Abstand 589 mm vom Secundär-Spiegel

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Das aktuelle Gerät kommt etwa auf einen Strehl von 0.94, was hauptsächlich über einen leichten Astigmatismus verur-
sacht wird, der aber im Sterntest 1. Bild bei 333-facher Vergrößerung nicht wahrnehmbar ist.

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