D019 NexStar 4 GT 102-1325 Celestron China

NexStar 4 GT 102/1325                          

Ein handliches Reise-Teleskop mit Goto-Steuerung. Angeliefert wird es aber ohne Netzteil - es sei nicht im Lieferumfang enthalten. Dieser
Bericht beurteilt jedoch nur die optische Qualität und der stolze Besitzer sollte vielleicht seine Erfahrungen im täglichen Umfang mit diesem
Gerät ergänzen.

Beim Fokussieren fällt ein leichtes Spiegelshifting auf, die Kollimation des opt. Tubus hat offenbar über den Transport etwas gelitten, sodaß man annehmen
kann, daß mein Ergebnis durchaus noch zu verbessern wäre. Da es aber "brand"-neu angeliefert wurde, bräuchte man erst die Zustimmung von Händler
und Sternfreund. Dieses Maksutiv-Cassegrain-System reagiert empfindlich mit Vignettierung, wenn man nicht exakt auf der Achse mißt. Das bedeutet
für den Sterntest und das Interferogramm, daß man zu einer anderen Testeinrichtung greift, die im weiteren Bericht beschrieben wird.

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Bei knapp 300-facher Vergrößerung fällt der Zentrierfehler auf und ein Rest-Astigmatismus, der mit einer fehlerhaften Kollimation des Hauptspiegels zum Tubus
zu tun haben könnte - bei einem C11 war es beispielsweise unlängst so.

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Damit man wirklich die Vignettierung derartiger Systeme vermeidet, ist ein genauer Teilerwürfel nötig, der im Falle eine Refraktors einen unzulässigen Glasweg
einführen würde, bei einem f/13 System wie hier aber kaum eine Störung einführt. Pinhole auf der Achse - künstlicher Stern für Okularhülse

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Hier erkennt man die Vignettierung über die ovale Verformung der einzelnen Bilder, das deswegen entsteht, weil zwischen Lichtquelle und Abbildung ca. 6-8 mm
liegen und das innere Blenden-System sofort einen Teil das Randes "kassiert". Die Flächen bei Foucault und beim Lyot-Test zeigen die gehobene Qualität eines
Maksutov-Systems, das mit sphärischen Flächen auskommt.

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Auch das Interferogramm muß man exakt auf der Achse erstellen, was mit dem Bath-Interferometer leider nicht möglich ist. Rechts unten eingeblendet
sieht man die Vignettierung eine IGrammes, das mit dem Bath-Interferometer entstanden ist. Hier hätte man Probleme bei der Auswertung.
Die dünnen gelben Linien zeigen den Ideal-Verlauf, wenn der Strehlwert = 1 wäre.

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Exakt auf der Achse arbeitet der Twyman-Green Interferometer, wie er auch bei LZOS Zertifikaten benutzt wird: http://rohr.aiax.de/@Reiser17.jpg
Am Kontrast könnte man mittels Spatial-Filter noch arbeiten, prinzipiell eine Pinhole im Fokus der Lichtquelle. In meinem Fall war das eine 2 mm Kugellinse,
die ebenfalls einen winzigen Lichtpunkt erzeugt, offenbar mit etwas mehr Störungen. Twyman-Green Interferometer
Twyman-Green Interferometer für Massimo

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Die Wellenfront Darstellung zeigt die beiden Restfehler: Die Zentrierkoma, die sich beseitigen läßt und Reste von Astigmatismus, den man vermutlich ebenfalls auf
Null bringen kann.

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Unter den gegebenen Bedingungen wäre die Energie-Verteilung auf folgender 3-D-Darstellung zu sehen.

NexStar4GT_P08.png

Der jetzige Strehlwert ist bereits hoch und weiter steigerungsfähig, wenn man die Anteile für Koma und Astigmatismus noch herausrechnet:
Mit 6.8% Strehlpunkte oder L/3.6 PV drückt der Restastigmatismus das Ergebnis während die Koma um 4.4% Strehlpunkte oder L/6.4 PV
das Ergebnis noch verbessern könnte. Bei normaler Vergrößerung wird man davon nichts bemerken.

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Gut verpackt kam also gestern mit UPS dieses NexStar hier an - unten links ist das Ursprungsland eingegefügt.

NexStar4GT_P10.jpg

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Hallo Rhodan,

die hintere Kunststoff Abdeckkappe ist mit 4 kleinen Blechschrauben befestigt und ist, wenn man vorher den äußeren Gummi-Fokussierknopf abge-
zogen hat, und den darunter liegenden kleinen Alu-Zylinger abgeschraubt hat, abnehmbar. Von außen und innen schaut diese Kappe dann so aus.
Für das M 35 x 1 mm Gewinde (für Gerad-Sicht) braucht man entweder einen Kamera-Adapter oder eine 1 1/4 Zoll Okular-Steckhülse, ohne die meine
Messungen gar nicht möglich waren. Also dreht man sich zunächst diesen Adapter selbst. Das unter der Annahme, daß dieses Gewinde mit dem opt.
System harmoniert, also fluchtet, wie das bei uns heißt.

NexStar4GT_P11.jpg

Mit 130-facher Vergrößerung erkennt man am Himmel die Restfehler nicht. Habe ich gerade ausprobiert. Wollte man das System nach-zentrieren, braucht
man erst wieder Zusatz-Geräte, also wieder eine 1 1/4 Zoll Steckhülse, die zentrisch auf diese hintere Planfläche aufgesetzt werden muß, damit man
den Zentriervorgang konllieren kann. Dafür hätte man, so man den Tubus nicht noch weiter zerlegt, nur zwei der drei Schrauben-Paare zur Verfügung,
was auch noch kein Beinbruch wäre. Optisch würde man die Verbesserung in der Praxis kkaum bemerken, nur es steckt viel Zeit in einem solchen
Verfahren: Und wenn man das ins Verhältnis setzt zum Preis von 378.- Euro, die dieses Weihnachtsgeschenk nur noch kostet, früher war man mit
mindestens 1000.- Euro ohne Goto dabei, dann ist eine Optimierung nur noch etwas für eine fruchtlose Diskussion, die von manchen mit Hingabe
geführt wird. Ich würde deshalb einfach nur "auf dem Teppich bleiben".

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