D004 Alter M703 de Luxe made in Russia D 180 f 1800 - Der Reducer war es

Alter M703 de Luxe made in Russia 180/1800 - Der Reducer war es !                      

Man rechnet ja nicht gerade damit, daß der verkittete Zweilinser, Neudeutsch "Reducer" genannt, ausgerechnet verkehrt herum im Strahlengang
eingebaut war. Auf Rücksprache mit dem Sternfreund klagte dieser, daß beide Reducer optisch das Bild erheblich "reducern". Man sein, daß es um
diese Wortbedeutung ging. Aufällig in jedem Fall war eine deutliche Unterkorrektur, wobei der 0.8 x Achromat einen deutlichen Astigmatismus
aufwies, der eben auch über die Unterkorrektur vergrößert worden war. Sphärische Aberration kann ein Hinweis sein, daß ein Objektiv schlicht
verkehrt herum in seiner Fassung sitzt. Und hier war das in beiden Fällen so. Das Grundgerät ist nahezu nicht zu toppen, nur solche fehlerhaft
verbauten Reducer schmälern schon ganz erheblich die Freude am Hobby, besonders wenn man sich die Ursache nicht erklären kann. Dem Namen
INTES MICRO tut es eigentlich keinen Abbruch. Nur beim Reducer sollte man sich zukünftig etwas mehr denken bzw. nachprüfen.

Der Reducer besteht aus einem verkitteten Achromaten, wenn Restastigmatismus eingebaut ist, dann hat man ihn fest eingebaut, beheben läßt sich das nicht. Sehr
erfreulich ist der Umstand, daß der anfänglich schlechtere 0.8x Reducer sich jetzt zu seiner vollen Schönheit aufbaut.

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Bei hoher Vergrößerung sieht man den Unterschied beim 0.5x Reducer

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und im Anschluß auch beim 0.8x Reducer. Der deutliche Beugungsring hat mit der Obstruktion des Systems zu tun, was später noch auf andere Weise zu sehen ist.

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Eine ebenso interessante Frage wäre, wie gut ist dieses f/10 System im Feld bei Durchmesser 20 mm. Hier sollte man sich zunächst die Vignettierungs-Figur einmal ansehen,
was bedeutet, daß über die Vignettierung vermutlich nur noch max. 50% hinten im Fokus abgebildet wird. Damit ist auch klar, wofür dieses System eigentlich gebaut ist:
Für visuelle Beobachtung und weniger für die Astro-Fotografie.

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Die Verarbeitung ist, wie man es hinten lesen kann "de luxe". Und wenn man es optisch exakt zentriert, ist es abermals "de luxe"

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Wer sich mehr am Sterntest orientiert, mag diese Beispiel studieren, wobei die Abbildung meiner 15 Micron großen Pinhole im Fokus vom System problemlos
bewältigt wird. Nichts anderes sagt auch der artificial Sky Test zu Beginn. Am Vergleich von Foucault- und Lyot-Test läßt sich besonders die Glätte dieses
Systems mit sphärischen Flächen nachweisen.

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Und wenn bei 532 nm wave ein solches Interferogramm herauskommt, dann muß der Strehlwert sehr hoch sein.

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Natürlich ist eine ganz leichte Unterkorrektur ebenso im Spiel wie ein Rest-Astigmatismus, der wäre aber nur bei dieser Auswertung
überhaupt darzustellen-

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In der Modulations-Kurve drückt sich die Obstruktion aus.

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Und der deutlich ausgeprägte 1. Beugungs-Ring entsteht genau über diese Obstruktion, wie man bereits oben beim artificial Sky Test
feststellen kann. Strehlwert und Obstruktion - Modulationsübertragungsfunktion

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Mit einem so hohen Strehlwert sollte man zufrieden sein können, zumal auch die Reducer zu vernünftigen Ergebnissen führen. Vielleicht
liest es ja einer, der die Reducer montiert.

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