C050 Astigmatismus am Beispiel GSO-Spiegel

16.10.2007, 18:47 Forsetzung in Sachen Astigmatismus  

C049 ein Wald- und Wiesenspiegel
~.de>Linkhttp://astro-foren.de/index.php/Thread/8927-eine-R%E4uberpistole/?8927-eine-R%25E4uberpistole

Oberes Beispiel zauberte unter Abzug eines deutlich vorhandenen Astigmatismus einen 0.96 Strehl Spiegel - wer merkt
es, wenn der Fehler nicht gerade in den Bereich L/2 PV der Wellenfront gerät. Im folgenden Beispiel eine GSO Spiegels,
ist der Fehler hingegen sehr augenfällig darstellbar: Die 3-D-Darstellung rechts, das farbige 2-D-Bild, aber auch das
synthetische Interferogramm selbst: Und hier beginnt die Unschärfe, Grau-Zone, oder das Händlerglück, welt-
weit. Nichts für eine entspannte Forendiskussion!
Lang, lang ist's her, als mich ein unerbittlicher Sternfreund über Jahre deswegen verfolgte, weil ich seiner Aufassung
nach, einen Astigmatismus in der Gegend von 3-4 Strehlpunkte "unterdrückt" hätte, und eine ganze Armada muß
wohl hinterher den besagten Spiegel auf Astigmatismus untersucht haben, zu einer Zeit auch, als sich ein anderer
Händler im GSO-BK7-Pyrex-Gestrüpp verfangen hatte.

Viel später unterschied man dann zwischen Test-stand-Astigmatismus, einer sprach von einem Knick-Astigmatismus,
und dem spiegeleigenen Astigmatismus, wie sich am Bericht oben gut nachvollziehen läßt.
Für Puristen ist selbst der kleinste Astigmatismus ein inakzeptabler Makel. Man wird ihn zwar nur im äußersten Fall
bemerken, wenn der ca. L/4 PV der Wellenfront übersteigt, dann aber sollte das Seeing wirklich perfekt sein, der
Spiegel ungewöhnlich glatt, keinerlei Zonen oder abgesunkene Kante, und natürlich eine ganz exakte Justage:
Bei einem 20-Zoll Newton konnte ich unlängsten in vertikaler Messung einen vorhandenen ca. L/2 PV wavefront
feststellen. Am Himmel selbst lediglich in Zenit-Nähe, am Polarstern hatte man schon weniger Glück. Mein derzeitiges
Lieblings-Objekt früh um 05:00 Uhr mit meinem 15-inch f/5 Lomo-Newton ist immer wieder das Orion-Trapez, und selbst
da ist die Definition der E- und F-Komponenten eine höchst unterschiedliche Erscheinung: Man müßte also regelrechte
Testreihen durchführen um die FRage entspannt zu beantworten, wie groß darf er denn nun sein, der spiegeleigene
Astigmatismus. Im Labor ist er ziemlich gut nachweisbar, aber am Himmel?

http://rohr.aiax.de/orion.jpg
http://rohr.aiax.de/Trapez-m42_lv3niihaoiii.jpg
http://rohr.aiax.de/traps2.jpg
http://rohr.aiax.de/TRAPDIAG.gif

08New-GSOA.jpg

es bleibt also die Frage: ruinös für wen?