C007 Galaxy Optics 20 inch Newton 506-2041 John A Hudek 1998

Glatt und genau: Galaxy Spiegel

Auf der Suche nach genauen und glatten 20-Zoll Spiegeln ist Galaxy Optics immer noch eine gute Adresse. Beim Vermessen großer Spiegel hat man mindestens drei sich gegenseitig kontrollierende Testverfahren:

500 mm Durchmesser große Kollimations-Planspiegel hat nicht jeder, und kosten bei hohen Genauigkeits-Ansprüchen hinsichtlich
Planität, Genauigkeit und Glätte einige Euro im 5-stelligen Bereich. Abhilfe schaffen zwei kleinere Flats mit Durchmesser 400 mm
und 360 mm aus der Zeiss-Werkstatt. Die Kollimation des kleineren Flats links ist bei einer hellen Lichtquelle im Fokus relativ
einfach: Der kleinere Spiegel sorgt ebenfalls für einen hellen Lichtpunkt, der zum ersten nur in Deckung gebracht werden muß.
Da ein Interferogramm über beide Spiegel hinsichtlich Kollimations-Genauigkeit noch anspruchsvoller ist, geht das dann mit
den "Newton-Ringen" die so ein Interferometer aúßerhalb vom Fokus erzeugt. Wenn die über beide Spiegel konzentrisch sind,
dann entsteht ein "durchgängiges" Interferogramm. Wobei es ja nur darum geht, wie der Rand des 20-Zöller Prüflings denn so
ausschaut. Bis 400 mm Durchmesser kann man sich ein Bild von der inneren Spiegelfläche machen.

Galaxy20inch_01.jpg

Das Ronchi-Gramm 13 lp/mm intrafokal im Doppelpaß läßt jedenfalls einen sehr guten Spiegel erwarten. Hier ist die Kollimation der
beiden Planspiegel über einen künstlichen Stern noch ausreichend, obwohl man sich bereits im 0.001 mm Bereich bewegt.

Galaxy20inch_02.jpg

Wie gut die Kollimation war, zeigt auch die folgende Foucault-Aufnahme, wenn feine Zonen über beide Spiegel gemeinsam laufen.

Galaxy20inch_03.jpg

Die interferometrische Kollimation ist dann noch etwas anspruchsvoller, ergibt aber dann dieses Ergebnis.

Galaxy20inch_04.jpg

Wer die Kompensation durch eine große Plankonvex-Linse über der Ross-Null-Test liebt, braucht die genauen Abstände . . .

Galaxy20inch_05.jpg

. . . und dann würde ein Foucault-Bild im einfachen Durchgang unter Verwendung eines Solar Continuum Filters wegen der
Kompensations-Linse und derem Spektrum, so aussehen. Zwar ein Null-Test, aber auf der Basis der Kompensations-Rechnung.

Galaxy20inch_06.jpg

Schließlich läßt sich ein RoC-IGramm auf Null zurückrechnen, wenn Wellenlänge (bitte nicht vom Monochromator), opt. Durchmesser
und exakter Radius ermittelt und eingegeben wurden. Die Frage nach dem Astigmatismus beantwortet man am besten über die
letzte Testmöglichkeit am Himmel selbst in Zenit-Nähe oder wie bei LZOS über einen vertikalen Vakuum-Turm. Den hat ja nun auch
wirklich jeder.:whistling

Bevor ich es vergesse, die Genauigkeit des 20-Zöllers liegt bei mindestens 0.90 Strehl wegen der notwendigen Unterkorrektur.