D096-01A Zweimal Marcon

Luigi Marcon

Es gibt ihn, als Luigi Marcon, und wer dort Optiken kauft, bekommt hohe Qualität: Ich hatte Gelegenheit, 2009 ein Cassegrain-System von
dort zu testen: D060 * 10 inch Cassegrain von Luigi Marcon Italy AOM , besonders die Optik machte einen fehlerfreien Eindruck nachdem
ich aber auch weniger gelungene Optiken aus Italien zum Testen hier hatte.
            

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Germano Marcon

Ein zweiter Hersteller mit gleichem Namen, Germano Marcon, schleift ebenfalls Zweispiegel-Systeme, aber lange nicht in dieser hochwertigen
Qualität, wie dies der Namensvetter Luigi Marcon, siehe oben, tut.


Im Internet findet man wenig Hinweise auf Germano Marcon:  http://www.ing.unitn.it/~dalio/dobson/ Hier heißt es im letzten Satz unten:
Zit: "The manufacturer,  Germano Marcon, does not yet have a website (to my knowledge it is planned to be  www.arietetelescopi.it) and
can be contacted by email at Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  (or alternatively at Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! or by phone at +39 0422958670)." Auch hier
gibt es einen Hinweis auf Germano Marcon:  http://www.nfilipovic.com/astrophotography/rc250-telescope (Laut Wörterbuch wäre
"Ariete" der italienische  Begriff für Widder, Rammbock, etc.)

Von Germano Marcon sind D058 * RC-System, zwischen Design und Realität, Marcon AOM,   und 
D059 * RC-System 254/2000 Marcon, Spiegelabstand, Robo-Fokuser . Die damalige Qualität führte zu Reklamationen, wie ich in einem Fall
von 2002/2003 an  einem RC von Marcon miterlebte. Möglich, daß der Astigmatismus der Grundordnung aus einer fehlerhaften Zentrierung
des Hauptspiegels stammte, die  Qualität der Politur zeugte nicht gerade von feinoptischer Politur-Erfahrung. Mit anderen Worten, die Flächen
zeigen grobe Mängel.                


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Die Sternfreunde aus Österreich reklamierten also den 1. Versuch und ließen das 16" RC-System bei Marcon überarbeiten. Aber leider ohne
Qualitäts-Sprung, wie man vielleicht erwarten könnte. Dann verlor ich den Fall aus den Augen. Der Hersteller hingegen tauchte immer mal
wieder auf mit anderen opt. Systemen.                  


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Über den gleichen Hersteller Germano Marcon stolpert man im Zusammenhang mit einem 7 000.- Euro teuren RC-System von CFF-Telescopes.
D096-01 * CFF - Outfit perfekt  und  optisch ? Na ja ! Vom Aussehen perfekt, nur optisch grobe Mängel mit der Unfähigkeit, das Interferogramm-
Auswert-Programm von Massimo Riccardi, richtig anzuwenden, wie das folgende Beispiel zeigt. "Der Operator Marcon" sollte sich von Riccardi
vorher erkären lassen, wo welche Informationen einzutragen wären. Wenn der Interferometer unter 532 nm wave die Interferogramme erzeugt,
dann wären sowohl bei INPUT  und bei OUTPUT die gleiche Zahl 532 nm wave einzutragen. Eine Umrechnung von 532 nm auf 632.8 nm ergibt
schon gar keinen Sinn, weil z.B. H-Alpha bei 656.3 nm  wave liegen würde, wenn man ausgerechnet dort den Strehl errechnen wollte. Der Trick
aber ist, daß über die Umrechnung auf die längere Wellenlänge der Strehlwert höher ausfällt, als er bei 532 nm wave eigentlich wäre.

Auf Kriegsfuß steht Macron offenbar mit den Eingaben weiter unten: Bei INSTRUMENT erwartet man eigentlich das System, das getestet werden
soll, aber doch nicht den zum Testen verwendeten Interferometer.

Besonders diskussions-würdig bleibt die Frage, welche optischen Fehler (Astigm, Koma, Spherical) man eigentlich abziehen darf? Von einem
Hersteller erwartet man, daß ein RC-System perfekt zentriert das Werk verläßt und in diesem Zustand sowohl Astigmatismus und Koma verschwin-
dend klein sind, sodaß ich der Summe ein Strehl so um die 0.950 herauskommt. Für diesen Fall darf weder Astigmatismus noch Koma deaktiviert
werden im Analysis Report. Immerhin sollte vorher der Nachweis geführt werden, daß der Astigmatismus aus dem System tatsächlich verschwin-
dend klein ist. Der nachfolgende ANALYSIS Report führt den Kunden also hinters Licht, wie man in diesem Bericht sieht.                  


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Solche "brutale" Flächen sind zumindest ein Hinweis, daß der werktätige Feinoptiker aus dem Hause Germano Marcon über wenig Polier-
Erfahrung verfügt, zumal über solche Flächen viel Streulicht erzeugt wird.                


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Selbst im Streifenbild können  solche Flächen "eindrucksvoll" dokumentiert werden.                    

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Die Energie-Verteilung (PSF) wird in folgendem Bild dargestellt.                

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Und auf der Basis des oberen I_Grammes kommt ein bescheidener Strehlwert heraus. Würde ich für diesen Fall im ANALYSIS REPORT
Astigmatismus und Koma deaktivieren, dann verbleibt ein Strehl von 0.774 bei PV L/3.9 . Die verbleibende Überkorreektur ist dann
Sache von Spherical. In meinem Bericht legte ich zur Sicherheit ein I_Gramm mit mehr Streifen zugrunde, zumal der Hersteller ganz
fest überzeugt ist, Spitzen-Optik abgeliefert zu haben. Ich erinnere mich an eine Diskussion zum Thema Gladius, auch ein Produkt
aus Italien.                                   


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